Der Text könnte stellenweise triggern!
Erstmalig bekam ich meine Diagnose mit 19 Jahren. Ich habe mich damals schon eine längere Zeit "geschnitten" und hatte bis zu diesem Zeitpunkt auch schon 2 oder 3 Selbstmordversuche unternommen. Warum genau es irgendwann, irgendwie dazu kam, kann man leider nicht genau sagen. Dar erste mal ist mir das Ritzen auf einer Klassenfahrt, genauer meiner Abschlussfahrt der 10ten Klasse "passiert". Damals war ich gerade 16 Jahre alt. Meiner Mutter erzählte ich später, ich sei betrunken in einen Dornenbusch gefallen, so wirklich geglaubt hat sie es sicher nie. Ich hatte damals eine beste Freundin, mit der ich mich auf der Klassenfahrt leider nicht mehr so gut verstanden habe. Mein damaliger Ex-Freund war auch bei mir in der Klasse und nach unserer Trennung wurden wir, natürlich mit etwas Abstand, ziemlich gute bis beste Freunde. Die Klassenfahrt fand in Belgien statt und wir waren damals in Bungalows untergebracht. Am Tag des Streits, sah ich dann zufällig meinen Ex-Freund im Bungalow meiner besten Freundin, beider fröhlich grinsend und quatschend. Das tat ziemlich weh und ich dachte die gesamte Welt stellt sich nun gegen mich und ich verliere gefühlt alles und jeden.
Ich ging ziemlich arg heulend, Ziellos durch die belgische Siedlung und fand eine kleine Baustelle mit Bauschutt. Dort fand ich eine Keramikscherbe - das war das erste Mal, dass ich mich selbst verletzte.
Insgesamt kann man nun wohl vermuten, dass meine selbstverletzende und generell meine Borderline-Persönlichkeitsstörung durch Trennungsängste hervorgerufen werden. Sobald ich das minimalste Gefühl habe, eine mir liebgewonnene Person könnte sich gegen mich stellen oder mich sogar verlassen, legt sich ein Schalte um und ich bin nicht mehr Herrin meiner Sinne und vor allem meines Körpers und meiner Gefühlswelt.
Sowas nennt man dann wohl auch, eine tickende Zeitbombe. *tick tick tick*
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